von Katia Ernst | Okt. 20, 2026 | Artikel
Mehr als 59.000 Einreichungen von 3.778 Fotograf:innen aus 141 Ländern, bewertet in mehreren Runden: Beim World Press Photo Contest 2025 traf eine Jury aus 31 internationalen Fachleuten die Auswahl. Zunächst in sechs regionalen Jurys, die pro Region eine Vorauswahl trafen, anschließend in einer globalen Jury, die über die 42 Gewinner entschied.
Solche Dimensionen machen deutlich, was hinter professionellen Award-Programmen steckt: Einreichungen müssen strukturiert bewertet, unterschiedliche Juryphasen koordiniert und Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden.
Wer Einreichungen mit Tabellen und E-Mail-Postfächern verwaltet, kennt diese Probleme vermutlich:
Jedes dieser Probleme gefährdet Fairness und Effizienz. Zusätzlich belasten sie die Jurymitglieder, die ihre Zeit meist ehrenamtlich oder neben dem Tagesgeschäft einbringen.
Bei der Suche nach einer Judging-App oder Jurysoftware sollten Sie über die Bewertungsseite hinaus denken. Achten Sie auf folgende Kriterien:
Professionelle Awards arbeiten oft mit Vorauswahl, Fachjury und Finaljury. Die Software sollte jede Runde getrennt abbilden, mit eigenen Jurypanels, Kriterien und Zeitfenstern.
Sie sollten Einreichungen manuell, automatisch oder nach Kategorie zuweisen können. Eine gleichmäßige Verteilung der Arbeitslast gehört dazu.
Jurymitglieder müssen Konflikte melden können, bevor sie Einsendungen sehen. Administratoren benötigen eine klare Übersicht über diese Meldungen.
Gewichtete Kriterien, Kommentarfelder und verschiedene Skalen sollten pro Kategorie und Runde konfigurierbar sein.
Fortschrittsanzeigen, Erinnerungen und eine Analyse der Bewertungen helfen Ihnen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen zu dokumentieren.
Einsendungen enthalten oft vertrauliche Informationen. Rollenbasierte Zugriffsrechte, verschlüsselte Übertragung und GDPR-konformer Umgang mit personenbezogenen Daten sollten Priorität haben. Mehr dazu hier: Die ultimative SaaS-Sicherheits-Checkliste für die Evaluierung jeder Plattform.
Der Markt für Online-Jurierungs-Software lässt sich grob in vier Gruppen unterteilen.
Formular- und Einreichungstools mit Bewertungsmodul. Diese eignen sich für kleine Programme mit einer einzigen Runde. Die Jurierung ist hier meist ein Zusatzmodul zur Einreichungsverwaltung. Für mehrstufige Prozesse reicht diese Art von Lösung in der Regel nicht aus.
Abstimmungs- und Voting-Tools. Diese bieten oft viele Abstimmungsarten an, wie öffentliches Voting, Ranking oder Punktevergabe. Das ist nützlich, löst aber nicht die Kernaufgabe professioneller Jurierung: Wer bewertet was, wann und unter welchen Regeln? Welche Bewertungsmethode zu Ihrem Award-Programm passt, hängt genau von diesen Fragen ab, nicht von der bloßen Anzahl der verfügbaren Abstimmungstypen.
Maßgeschneiderte Eigenentwicklungen. Einige Organisationen lassen sich eine Lösung individuell programmieren oder bauen selbst eine im Haus auf. Dies verspricht maximale Passgenauigkeit, bringt aber strukturelle Nachteile mit sich. Man wird abhängig von einzelnen Entwicklern oder einer Agentur, Weiterentwicklungen und Sicherheitsupdates erfolgen selten automatisch, und jede Anpassung kostet erneut Zeit und Budget. Vor allem profitieren Sie nicht von der gebündelten Erfahrung vieler anderer Award-Programme, die in eine etablierte SaaS-Lösung eingeflossen ist. Was auf dem Papier flexibel aussieht, wird im Alltag oft zum Wartungs- und Kostenrisiko.
Spezialisierte Award-Plattformen. Award Force gehört zu dieser Gruppe. Diese Lösungen decken den gesamten Prozess ab, von der Einreichung über die Jurierung bis hin zur Bekanntgabe der Gewinner. Sie sind für komplexe Programme mit mehreren Kategorien und Runden konzipiert.
Wenn Sie Ihre eigene Marktrecherche durchführen, testen Sie jeden Anbieter mit denselben Fragen. Fordern Sie eine Demo an und spielen Sie Ihr schwierigstes Szenario durch, zum Beispiel eine Kategorie mit drei Runden und wechselnden Jurys.
Viele Anbieter werben mit einer langen Liste von Abstimmungstypen. Diese Vielfalt hat ihren Wert, da verschiedene Kategorien oder Runden oft unterschiedliche Ansätze erfordern. Aber das ist oft nur die halbe Miete: Wie gut die Software Ihren tatsächlichen Jurierungsprozess abbildet, ist mindestens ebenso wichtig.
Bei den Victorian School Design Awards bewertet eine Jury aus sechs bis acht Mitgliedern zunächst jede Einsendung einzeln. Anschließend treffen sie sich, um die Bewertungen zu besprechen und die gewinnende Einsendung zu bestimmen. Vor dem Wechsel zu Award Force geschah dies papierbasiert: Jede Einsendung, einschließlich hochauflösender Bilder auf CD, musste für jedes Jurymitglied vervielfältigt werden. Programm-Managerin June Graham beschreibt das Ergebnis deutlich:
„Die CDs funktionierten bei den Jurymitgliedern nicht immer, es war schwer zu beurteilen, und es wurde zu einem mühsamen Prozess.“
Heute reichen die Teilnehmenden online ein und die Jury bewertet digital. Ihr Rat an andere Programm-Manager:
Es ist kosteneffizienter und entlastet die Jury.
Was diesen Prozess verbesserte, war nicht ein bestimmter Abstimmungstyp, sondern ein Workflow, der Einreichung, Bewertung und Diskussion zuverlässig zusammenführt. Die stärksten Plattformen bieten Ihnen beides: die Jurierungsmethoden, die Ihre Kategorien benötigen, basierend auf einem Prozess, der alles zusammenhält.
Beginnen Sie mit dem Prozess, nicht mit dem Tool. Definieren Sie Runden, Kriterien und Verantwortlichkeiten schriftlich. Erst dann lohnt es sich, etwas zu konfigurieren.
Halten Sie Bewertungsformulare schlank. Fünf bis sieben klar formulierte Kriterien führen meist zu besseren Ergebnissen als lange Fragebögen. Beschreiben Sie, was die jeweilige Punktzahl bedeutet. Weitere Tipps zur Erstellung eines guten Formulars finden Sie hier.
Klären Sie Interessenkonflikte im Vorfeld. Fragen Sie diese ab, bevor die Zuweisung beginnt. Dies hilft Ihnen, spätere Neuzuweisungen zu vermeiden.
Planen Sie eine Kalibrierungssitzung ein. Lassen Sie alle Jurymitglieder zunächst dieselben zwei oder drei Beispieleinsendungen bewerten. Diskutieren Sie Abweichungen gemeinsam. Untersuchungen zu Experten-Panels zeigen, dass insbesondere gemeinsame Kalibrierungsgespräche die Unterschiede zwischen den Bewertungen spürbar beeinflussen. Dies schafft ein gemeinsames Verständnis der Kriterien.
Verteilen Sie die Arbeitslast realistisch. Fragen Sie nach, wie viele Einsendungen pro Person zumutbar sind. Eine überschaubare Anzahl führt zu einer sorgfältigeren Bewertung.
Nutzen Sie Erinnerungen und Fortschrittsanzeigen. Wenn Sie frühzeitig sehen, welche Bewertungen noch fehlen, können Sie rechtzeitig nachhaken.
Testen Sie vor dem Start. Laden Sie ein oder zwei Jurymitglieder zu einem Probelauf ein. Deren Feedback zeigt, wo Anleitungen fehlen. Es hilft auch, den Prozess einmal aus der Sicht der Jury zu betrachten: Schritt für Schritt zu sehen, was ein Jurymitglied sieht, zeigt schnell auf, wo Erklärungen oder Beispiele benötigt werden.
Programme wie der eingangs genannte World Press Photo Contest zeigen, wie komplex professionelle Awards sind: viele Einreichungen, mehrere Runden, wechselnde Jurys und hohe Ansprüche an Fairness und Vertraulichkeit. Die richtige Jurysoftware trägt diese Komplexität, statt sie an die Programmverantwortlichen weiterzureichen. Sie bildet Ihre Runden, Kategorien und Rollen zuverlässig ab, schützt vertrauliche Daten und macht Entscheidungen nachvollziehbar.
Award Force unterstützt Organisationen dabei, Awards auf diesem Niveau zu führen: sicher, konfigurierbar und mit Respekt für die Zeit aller Beteiligten. Denn wer Exzellenz würdigen will, braucht ein Verfahren, das selbst höchsten Ansprüchen genügt.
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