von Katia Ernst | Juni 2, 2026 | Artikel
Wer die Bewertungsrunden eines Programms erst dann durchdenkt, wenn die ersten Einsendungen bereits eintrudeln, verliert wertvolle Zeit. Und mehr noch: Eine ungeplante Bewertungsstruktur gefährdet das, was jedes Award-Programm im Kern ausmacht: faire, glaubwürdige Ergebnisse. Das ist jedoch nichts, was sich nicht mit guter Vorarbeit vermeiden lässt.
Mehrstufige Jurybewertung bezeichnet einen Bewertungsprozess, bei dem Einreichungen in zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Runden beurteilt werden, anstatt in einer einzigen Runde.
Jede Runde hat einen anderen Zweck. Frühe Runden konzentrieren sich in der Regel auf die Zulassung oder eine erste Grobeinschätzung, während spätere Runden eine tiefergehende Beurteilung, Diskussion oder finale Rangfolge umfassen. Das Ergebnis ist ein Prozess, der sich leichter steuern lässt, Teilnehmenden gegenüber fairer ist und die Jury weniger belastet.
Die Antwort hängt von drei Faktoren ab:
Bei hohem Einreichungsvolumen empfiehlt sich eine erste Runde zur Vorauswahl. Die zentrale Frage lautet hier: Kommt die Einreichung grundsätzlich in Frage? Erfüllt sie die Mindestanforderungen? Diese Phase braucht keine aufwändigen Bewertungskriterien. Ob eine Gruppe von Jurymitgliedern gemeinsam über die Zulassung entscheidet oder das Programmteam eine administrative Vorprüfung übernimmt, hängt von der Programmgröße und den verfügbaren Ressourcen ab.
In der zweiten Runde steht dann die inhaltliche Tiefenbewertung im Vordergrund. Erfahrene Fachjurymitglieder beurteilen die Einreichungen individuell anhand klar definierter Kriterien. Erst in dieser Phase lohnt es sich, differenzierte Bewertungsraster einzusetzen.
Für die finale Entscheidung aus einer Shortlist bietet sich ein Verfahren an, bei dem die Jury ihre Favoriten aktiv reiht. Das schafft mehr Transparenz als eine einfache Abstimmung und ermöglicht nachvollziehbare Ergebnisse. Ergänzend dazu kann eine öffentliche Abstimmungsrunde die Community einbinden und dem Programm zusätzliche Sichtbarkeit geben.
Programme mit wenigen, aber anspruchsvollen Einreichungen kommen manchmal mit einer einzigen Runde aus. Sinnvoll ist es dennoch, auch hier Phasen zu unterscheiden, etwa eine unabhängige Einzelbewertung gefolgt von einer gemeinsamen Diskussion.
Die Faustregel bleibt: so viele Runden wie nötig, damit jede Einreichung von den richtigen Personen mit der richtigen Tiefe beurteilt wird. Nicht mehr. Award Force unterstützt all diese Strukturen mit konfigurierbaren Bewertungsmodi, die sich pro Runde individuell einsetzen und kombinieren lassen. Mehr dazu auf der Seite zu den Bewertungsmodi.
Eine gut geplante Bewertungsstruktur nützt wenig, wenn die Jury nicht weiß, was in jeder Phase von ihr erwartet wird. Briefings sind damit nicht mehr aus effektiven Award-Programmen wegzudenken.
Was soll in Runde eins bewertet werden? Was ist explizit noch nicht relevant? Klare Abgrenzungen helfen der Jury, fokussiert zu bleiben.
Statt langer Texte helfen gewichtete Kriterienübersichten oder kurze Erklärvideos. Jurymitglieder verstehen dann schneller, worauf es ankommt.
Wie lange soll eine Einzelbewertung maximal dauern? Welche Frist gilt für die Runde? Realistische Zeitangaben helfen der Jury, ihre eigene Kapazität einzuplanen.
Gerade bei mehrstufigen Programmen ist ein kurzes Onboarding zur verwendeten Plattform hilfreich. Jurymitglieder, die sich nicht erst zurechtfinden müssen, bewerten besser. Award Force legt besonderen Wert auf Datenschutz und Datensicherheit: Jurymitglieder sehen nur die Einreichungen, die für ihre Bewertungsrunde freigegeben sind, und persönliche Daten der Teilnehmenden lassen sich bei Bedarf anonymisieren.
Bevor die Jurybewertung startet, sollte das Programmteam folgende Punkte konfiguriert haben:
Rundenstruktur: Anzahl der Runden, Übergangskriterien und zeitliche Abfolge sind vollständig definiert.
Bewertungsformulare: Rundenspezifisch angepasst — Runde eins mit wenigen, klaren Fragen; spätere Runden mit differenzierteren Kriterien.
Juryzuweisung: Wer bewertet was, in welcher Runde? Mögliche Interessenkonflikte sind geprüft und ausgeschlossen.
Datenschutzeinstellungen: Geklärt ist, welche Informationen in welcher Runde für wen sichtbar sind.
Einreichungen taggen: Einreichungen vor dem Start der Jurybewertung mit Tags zu versehen ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um Ordnung in den Prozess zu bringen. Tags können Einreichungen als qualifiziert markieren, Duplikate kennzeichnen oder Einreichungen nach Typ segmentieren. Das vereinfacht die Juryzuweisung und stellt sicher, dass jedes Jurymitglied nur die Einreichungen sieht, die für seine Runde relevant sind. Award Force unterstützt sowohl manuelle als auch automatisierte Tags. Mehr dazu im vollständigen Leitfaden zum Tagging von Einreichungen.
Wer diese Punkte vor dem Start klärt, spart während der laufenden Bewertung erheblich Zeit und vermeidet nachträgliche Korrekturen.
Mehrstufige Jurybewertung ist kein Selbstzweck. Sie dient dazu, guten Einreichungen eine faire Chance zu geben und der Jury die Arbeit zu erleichtern. Wer die Rundenstruktur im Voraus plant, den richtigen Modus pro Phase wählt und die Jury gezielt vorbereitet, schafft die Voraussetzungen für glaubwürdige, nachvollziehbare Ergebnisse.
Das zeigt sich in der Praxis: Die Country Music Awards of Australia berichten, dass ihre Mitglieder seit dem Wechsel zu Award Force klar erkennen können, dass der Prozess fair und transparent abläuft.
Wir haben eine viel zufriedenere Mitgliederbasis, die die Nominierungen vornimmt, und die Leute können sehen, wie es fair und gerecht, transparent ist und dass es ein viel ausgeglicheneres Spielfeld bietet.
— Meryl Davis, Awards Manager
Programmgröße ist dabei nicht entscheidend. Auch kleinere Award-Programme profitieren von einer Struktur, die von Anfang an mitgedacht wird.
Award-Management ist dann am wirkungsvollsten, wenn Prozesse und Technik so im Hintergrund bleiben, dass Jurymitglieder und Teilnehmende das erleben, was wirklich zählt: eine Bewertung, der sie vertrauen können. Daran arbeitet Award Force kontinuierlich, mit einer Plattform, die Konfigurierbarkeit, Datensicherheit und Benutzerfreundlichkeit konsequent zusammendenkt.
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